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#45 Die Whitsundays – Das Paradies im Great Barrier Reef

Im letzten Beitrag hatte ich ja erwähnt, dass wir von Sith und Danny, dem Pärchen, bei dem wir eine Woche lang gelebt und gearbeitet hatten, noch einen Tipp mit auf den Weg bekommen haben. Wir hatten ihnen erzählt, dass uns in Cairns erklärt wurde, wie teuer die Whitsundays sind und dass unbedingt eine Woche früher reserviert werden soll. Cairns ist sehr touristisch ausgelegt. Dementsprechend gibt es viele kleine Büros, in denen meist Backpacker angestellt sind und die einem Aktivitäten verkaufen wollen. Die Backpacker erzählen dann von ihren unglaublichen Erfahrungen und versuchen einem (in unserem Fall) die komplette Fahrt an der Ostküste durchzuplanen und alle Aktivitäten zu buchen. Da wir unsere Reise aber nicht so gerne planen wollen und das Abenteuer, einfach drauf los zu fahren, lieben, nervt uns das natürlich. Dazu kommt, dass am liebsten mehrtägige und teure Aufenthalte verkauft werden, da so eine höhere Provision abfällt.

Sith und Danny ermutigten uns nun aber, einfach das zu tun, was wir sowieso tun wollten – einfach los fahren. Sie meinten, dass wir, sobald wir in Airlie Beach angekommen sind, nach Last-Minute-Angeboten Ausschau halten sollen. So sparen wir nicht nur Geld, sondern sind auch flexibel. Perfekt!

Australien

So haben wir das dann natürlich gehandhabt. Airlie Beach ist eine kleine Stadt am Great Barrier Reef. Vor allem aber ist sie der zentrale Hafen, um auf die Whitsunday Islands zu kommen. Die Inseln waren ursprünglich ein vulkanisch geformtes Gebirge und gehörten zum Festland. Das Ende der letzten Eiszeit vor 30.000 bis 50.000 Jahren führte zum Schmelzen der Pole und hob den Meeresspiegel an. Dadurch wurde das Gebirge vom Festland getrennt. Die höchsten Bergspitzen bilden heute die 74 Inseln der Whitsundays. Nach nur zwei Minuten durch die Stadt spazieren haben wir einen Laden mit Last-Minute-Angeboten gefunden – 115 $ / Person –unschlagbar. 🙂

Wir verbrachten eine Nacht auf einem Campingplatz in Airlie Beach, für den wir leider bezahlen mussten. Die Gegend ist einfach zu touristisch, um kostenlose Plätze zu finden. Die Dame, bei der wir gebucht haben, die nebenbei super nett war und sich gefreut hat, ihre Deutschkenntnisse mal wieder zu nutzen, erklärte uns, dass man hier bis vor ein paar Jahren noch wild campen konnte. Inzwischen gäbe es aber private Sicherheitsfirmen, die das unterbinden. Die Vorfreude auf den Ausflug war aber so groß, dass uns das mit dem Campingplatz egal war.

Am nächsten Morgen ging es los. Wir wurden mit einem Shuttlebus abgeholt und zum Hafen gebracht. Unser Guide protzte erst einmal mit ein paar deutschen Sätzen, die er gelernt hatte: „Mein linker Krankenwagenblinker ist kaputt!“ oder „Mein Arsch ist heiß!“.

Hafen

Wir gingen zum Schiff. Bei diesem handelte es sich um ein Boot, welches von den Ocean-Rafting-Booten nebenan nicht zu unterscheiden war. Vier Motoren hatte das kleine Schnellboot. In Thailand hatten wir bei einem Tauchgang gelernt, dass solche Boote vorne am meisten schwanken. Wir setzten uns ganz nach hinten, um einer eventuellen Seekrankheit vorzubeugen. Als wir losfuhren, grinste der Kapitän uns an: „Das ist der nasseste Platz auf dem Boot“ und gab Gas. Er hatte nicht übertrieben. Uns gefiel es aber. So hatten wir für denselben Preis auch noch Ocean Rafting inklusive. 😀

Rafting

Unser erster Stopp war eine kleine Insel, genauer gesagt, ein kleiner Berg auf dieser. Wir liefen gute zehn Minuten durch den Wald und gelangten zu einer Aussichtsplattform. Von hier aus sahen wir das, nach dem Hafen Sydneys, zweitmeist fotografierte Bild Australiens: Die Sandbänke der Whitsundays. Oder doch nicht? Die Gezeiten spielten nicht ganz so mit, wie wir es wollten. Wir sahen die Sandbänke zwar, doch war bereits eine dünne Schicht Wasser über ihnen. Dies war trotzdem ein schöner Ausblick.

Die Sandbänke sind rechts leider nicht zu sehen

Zurück auf dem Boot ging es weiter zum Whitehaven Beach. Der Sand an diesem Strand besteht zu 99% aus Quarz und zählt damit zu den weißesten Stränden der Welt. Tatsächlich fühlte sich der Sand sogar leicht anders an, als gewohnt. Man hatte eher den Eindruck, auf ganz frischem, warmen Pulverschnee zu liegen. Dazu kommt, dass er die Sonne so sehr reflektiert, dass man kaum die Augen offenhalten kann. 😀

Juliane

Nach 20 Minuten an diesem Strand gab es für uns dann Mittagessen. Es gab Brötchen mit diversen Aufschnitten, Garnelen, vier verschiedene Salate sowie eine Obstplatte. Es war sehr lecker. Doch außer unserer Gruppe hatten sich noch ein paar Gekkos zu uns gesellt. Sie hofften auf Essensreste. Hinweisschilder zeigten uns aber klar, dass Füttern keine Option war.

Gekko

Nach dem Essen hatten wir noch eine gute Stunde Zeit, den Strand zu genießen und mehrere Bilder zu machen.

Tobias

Juliane schiwmmt

Danach ging es weiter. Wir bekamen noch einmal die Gelegenheit, am Great Barrier Reef zu schnorcheln. Die Crew hatte sich ein verhältnismäßig kleines Riff ausgesucht. Dafür war es aber sehr lebendig und farbenfroh. Die Ausrüstung dieses Mal war top –  besser als auf dem letzten Trip. 😉

Schnorcheln

Auf dem Rückweg nach Airlie Beach bekamen wir als Abschluss noch etwas Kuchen und Kekse. Ein sehr gelungener Ausflug. 🙂

Info

13 Kommentare

  1. Hallo Tobias !
    “Da lacht die Koralle !!!” :-)) Endlich ein Strand, der nicht auf Kosten der Korallen geht !
    Weiß man denn vor Ort, wo der ganze Quarzsand herkommt ?
    So feiner Sand müsste vom Meer eigentlich gleich weggeschwemmt werden ?!?
    Mit dem “Great Barrier Reef” vor der Haustüre hätte ich ja auch eher “Korallensand” erwartet.
    Viele liebe Grüße !!!
    Rainer

    1. Hallo Rainer,
      es gibt hier, vor allem auf Inseln, auch oft Korallensand.
      Bei dem Whitehaven Beach soll das Quarz, laut unserem Skipper, durch vulkanische Aktivitäten entstanden sein. Warum es nicht weggeschwemmt wird ist schwer zu sagen. Ich schätze mal, dass es mit dem Riff zu tun hat. Dieses blockt die Wellen des Ozeans ab, sodass die Strände ein sehr ruhiges Wasser haben.
      Uns wurde übrigens geraten keinen Sand von dort mitzunehmen. Der Zoll bestrafe den Besitz höher als den von Koks. 😀
      Liebe Grüße
      Tobias

  2. „Mein linker Krankenwagenblinker ist kaputt!“
    ?!?
    Da musste ich ja herzlich loslachen! (Bei dem anderen Spruch auch – aber den wiederhole ich hier nicht! :-))
    Das klingt alles ganz herrlich, was ihr da beschreibt!
    Und ihr seid ja auch wirklich mit Haut und Haaren in Australien – im wahrsten Sinne des Wortes – eingetaucht! Liebe Grüße! Ines-Bianca

    1. Sehr gerne! 🙂
      Australien ist wirklich super. Nicht nur die Natur fasziniert uns, sondern auch die Australier selbst. So ein gastfreundliches, nettes Volk. Und obwohl hier auch nach westlichem Standard gelebt wird, hat man doch ein Gefühl den Entschleunigung.

      Liebe Grüße
      Tobias

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