tuktuk

#9 Tschüss Koh Samui, hallo Bangkok!

Am 23.01.2018 war es soweit. Wir mussten uns von dem Urlaubsparadies Koh Samui verabschieden. Auf nach Bangkok hieß es nun. Drei Tage vorher hatten wir uns für die Fahrt in einem VIP Bus eingeschrieben. Diese kostet 1.600 THB (ca. 41€) pro Person, inklusive Fähre und soll besonders komfortabel sein. Tatsächlich haben uns alle von den nur minimal günstigeren normalen Bussen abgeraten. Der einzige Unterschied, jetzt im Nachhinein, ist aber der Platz. Im VIP Bus gibt es 24 Sitze, im normalen 40. Dementsprechend hat man etwas mehr Platz, um es sich bequem zu machen. Bei 14 Stunden Fahrt gar nicht so verkehrt. Die Buchung haben wir in einer der unzähligen Tourismusshops durchgeführt.

Am Tag der Abreise wurden wir von einem Großraumtaxi vom Hotel abgeholt und direkt zum Busbahnhof gebracht. Nach ein paar Minuten Fahrt ging es dann auch schon direkt auf die Fähre.

Seatran Ferry

Bei der Fähre handelte es sich um eine Seatran-Fähre. Diese haben wir bisher immer gemieden, da die Lomprayah-Fähre 3x schneller ist. Letztlich waren wir knappe zwei Stunden auf dem Schiff. Gut, dass wir aber frei herumlaufen konnten. So ging die Zeit sehr schnell herum. Es gab einen kleinen Markt, in dem man Verpflegung kaufen konnte, was wir direkt wahrgenommen haben. Auf dem Oberdeck ließ sich zum Abschied Koh Samui betrachten, wie es immer kleiner wurde. Es war eine schöne Fahrt.

Tschüss Koh Samui

Auf dem Festland angekommen, ging es wieder in den Bus, indem inzwischen Wasser, ein Muffin und eine Decke für jeden Fahrgast bereit lagen. Das erhoffte WLAN gab es leider nicht. Daher wollten Juliane und ich die Zeit sinnvoll nutzen und schlafen. Schließlich fuhren wir ja auch nachts. Doch der Busfahrer schaltete den Fernseher mit der lächerlichsten TV-Show, die ich je gesehen habe, ein. Gegenüber dieser Show ist RTL Qualitätsfernsehen. 😀 Aufgrund der Lautstärke konnten wir aber anfangs nicht schlafen – zumindest Juliane nicht. Ich habe, nach ca. einer halben Stunde mit Ohrstöpsel, geschlafen wie ein Baby.

VIP Bus

Dementsprechend war vor allem Juliane ziemlich k.o., als wir in Bangkok ankamen. Wir stiegen aus dem Bus und trafen einen Herrn, der schon unsere Koffer zu seinem Taxi nehmen wollte. Als ich das bemerkte, nahm ich ihm sie direkt wieder ab und meinte energisch, dass wir uns erst mal umgucken wollen. Hier hätte man uns ordentlich über den Tisch gezogen, da es sich um ein Taxi mit Festpreis gehandelt  hat. Diese sind in Thailand immer wesentlich teurer, als die mit Taxameter. Also suchten wir uns selbst unseren Fahrer aus. Letztlich zahlten wir für eine Dreiviertelstunde Taxifahren, inklusive Highwaymaut, nur 5,43€. Alles richtig gemacht! 🙂

Um 7:00 Uhr waren wir dann bereits bei unserem Hotel angekommen – viel zu früh, um einzuchecken. Dies ging erst ab 13:00 Uhr. Da die Klimaanlage in der Lobby, selbst für Thaiverhältnisse, extrem kalt war und wir dort nicht länger warten wollten, gaben wir unsere Koffer dem Concierge ab, um eine erste Erkundungstour zu starten. Juliane meinte noch zu mir: „Ich will unbedingt Tuktuk fahren“. Was für ein Zufall, dass direkt vor dem Hotel dann ein Tuktuk stand. Der Fahrer sah uns und kam sofort her. Für 50 THB pro Stunde fährt er mit uns einmal durch Bangkok und zeigt uns alles, meinte er. Das kam mir anfangs noch etwas unseriös vor, doch Juliane freute sich so sehr auf das Tuktuk, dass wir zugesagt haben. Wir wollten aber vor dem Sightseeing noch etwas essen. Also brachte der Fahrer uns zu einem Essensstand. Dieser war gut und sehr günstig. Wir fingen an ihm zu vertrauen und ihn zu mögen. Doch dann brachte er uns zu einem kleinen Bootshafen und meinte, wir sollen mit dem Boot bis zum Königspalast und wieder zurück fahren. Er warte so lange auf uns. Wir dachten uns, dass das bei den uns bekannten Preisen eigentlich keine schlechte Idee war. Letztlich war sie es doch. Der Chao Phraya ist eine reine Drecksbrühe, die sich durch Bangkok zieht. Die Sehenswürdigkeiten konnte man vom Fluss aus kaum erkennen. Außerdem fuhr unser Kapitän so schnell, dass man sowieso keine Zeit für Fotos oder Ähnliches hatte. Dieser Spaß sollte uns 2.000 THB kosten. Auf mehr als 1.800 THB konnten wir auch nicht herunterhandeln. Hat sich auf jeden Fall nicht gelohnt.

Tuktuk

Als wir aus dem Bootshaus herauskamen, wollten wir unserem Tuktukfahrer sagen, dass sein Tipp uns nicht gefallen hat, doch er war nicht mehr da. Erst konnte ich das gar nicht glauben, schließlich hatten wir ihn noch nicht bezahlt. Doch dann kam ein anderer Tuktukfahrer zu uns und sagte, dass unser Fahrer einen Unfall hatte und er übernehmen solle. Ich meinte nur, ob er uns verarschen will und uns in Ruhe lassen soll. Ich sprach einen weiteren Fahrer an und bat ihn, er solle uns zum Hotel bringen. Doch das wollte er nicht. Er war der erste, der ehrlich zu uns war.

Tuktukfahrer in Bangkok haben Sponsoren. Wenn sie Kunden zu diesen bringen, bekommen sie eine Provision. Ärgerlich! Trotzdem fanden wir diesen Mann vertrauenswürdiger und einigten uns darauf, dass er uns für einen Spottpreis von 20 THB zum Hotel bringt, wir dafür aber für fünf Minuten bei einem Herrenausstatter, seinem Sponsor, stehen bleiben. Er bekam seine Provision und wir kamen billig zurück. Er hatte aber auch gemerkt, dass wir sehr erbost über diese Masche waren und daher keine potentiellen „Opfer“ mehr sind.

Unser erster Eindruck von Bangkok fiel daher sehr negativ aus. Die Stadt ist so sehr überfüllt. Man kann sich kaum bewegen, auf den Straßen ist immer Stau, es herrscht ein unglaublicher Smog, alles ist dreckig und einfach nicht schön. Dazu kommen diverse Schwindler, die versuchen, Touristen auszunehmen. Hier muss man wirklich misstrauisch sein. (Kennt ihr noch das alte Spiel “Frogger”, bei dem man mit einem Frosch eine Straße überqueren musste? Das ist Bangkok. 😀 ) Das war nicht das schöne Thailand, welches wir in Koh Samui kennengelernt haben. ☹

Am selben Abend habe ich dann noch den, für mich, schönsten Ort Bangkoks gesehen, den Lumphini Park. Eine Riesen-Parkanlage, die für die Bewohner Bangkoks hauptsächlich für Sport genutzt wird. Der Tag ist hier in zwei Teile geteilt. Bis zum Nachmittag wird im Park Fahrrad gefahren, abends wird gejoggt. Wir waren sehr überrascht, als vor uns eine nicht aufhörende Menschenmenge gerannt ist. Zuerst dachten wir an einen Marathon oder ein ähnliches Event. Doch das findet hier jeden Tag als Ausgleich statt. Zudem gibt es diverese Sportplätze, von Basketball bis Volleyball. Überall sind Leute aktiv, spielen Badminton, trainieren auf einem „Trimm-dich-Pfad“ oder machen Zumba. Hier finden sich unzählige Sportarten in einer grünen Lunge, einer sonst sehr verdreckten Stadt. Über dem Park konnte man sogar den, sonst durch den Smog bedeckten, Himmel erkennen. 😉

Lumphini Park

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